![]() Die Postkarte zeigt die Bahn nach dem Umbau (Sammlung: Peter Ziegenfuß) |
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Mit der Genehmigung vom 23. Mai 1887 wurde zum Aussichtspunkt auf dem Turmberg bei Karlsruhe unter der Leitung von Ing. Karl Müller aus Freiburg, der auch schon für die Zahnradbahn im Höllental verantwortlich war, eine Standseil-Zahnradbahn errichtet und am 1. Mai 1888 feierlich eröffnet. Die meterspurige Strecke war zweigleisig und hatte eine maximale Steigung von 36,2 %. Der Antrieb wurde mit in die beiden Wagen zu füllenden Wasserballast (5000 l) erreicht. Die Antriebseinrichtung und die offenen Wagen für bis zu 49 Personen lieferte die Maschinenfabrik Esslingen.
1966 wurde die Bahn grundlegend umgebaut, so ist die Strecke jetzt nur noch eingleisig mit einer Ausweichstelle in der Mitte der Bahn. Durch den Einsatz einer elektrische Antriebsanlage (440 V-Gleichstrom, 62 PS) entfiel der interessante Antrieb durch Wasserballast und auch die Zahnstange. Die neuen, geschlossenen Wagen bieten Platz für 60 Personen und erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 2 m/s gegenüber der alten Wagen mit nur 1,5 m/s.
Die Betriebserlaubnis für die Turmberg-Standseilbahn ist zum 31. Dezember 2024 erloschen und der Fahrbetrieb wurde anschließend eingestellt. In den kommenden Jahren soll die Turmbergbahn umfassend modernisiert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße B 3 verlängert werden. Zudem ist vorgesehen, die Standseilbahn dann auch in den Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) zu integrieren. So können Fahrgäste die Bahn mit ihrem regulären ÖPNV-Ticket nutzen. Der dann vorgesehene automatische Fahrbetrieb erlaubt eine Ausweitung der Betriebszeiten bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten.
Ende November 2024 hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe im Zuge des Planfeststellungsverfahrens die aktuellen Planungen zur Modernsierung und Verlängerung der Bahn bewilligt. Am 21. Januar 2025 beauftragte der Gemeinderat Karlsruhe die Verkehrsbetriebe Karlsruhe mit dem Neubau der Turmbergbahn auf Grundlage des eingegangenen Planfeststellungsbeschlusses. Im September 2025 war der Baubeginn allerdings noch weiterhin ungewiss, da noch eine Förderzusage des Landes fehlt. Die Zusage erfolgte am 4. Dezember 2025, an dem das Regierungspräsidium mitteilte, dass das Land Baden-Württemberg das Vorhaben der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mit 17,49 Millionen Euro unterstützt. Damit teilen sich Land und Stadt Karlsruhe die Kosten für den Neubau. Die Baumaßnahmen sollen nach Angaben des Regierungspräsidiums im Frühjahr 2026 beginnen.
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